Empowerment

Empowerment: Teil der Managementkonzepte von morgen

Lesezeit: 4 Min.

Empowerment wird auch in der Wirtschaft ein immer wichtiger werdendes Thema. Doch warum ist das so und warum ist es heutzutage fast schon ein Muss, diese Theorien zu berücksichtigen?

In der heutigen Zeit bzw. der Wirtschaft gewinnt das unternehmerische Engagement, die Teamfähigkeit und Konfliktfähigkeit der Mitarbeiter immer mehr an Bedeutung. Durch verschiedenste Technologien und Weiterentwicklungen werden die Ansprüche an die Mitarbeiter immer höher.

Mitarbeiter sollen nicht mehr nur ihre Arbeitsleistung bringen, sondern auch Eigeninitiative und Durchsetzungsvermögen zeigen. Sie sollen sich mit dem Unternehmen identifizieren können und über soziale Kompetenzen für Teamaufgaben verfügen.

Durch den immer stärker werdenden Konkurrenzdruck am Markt tritt die Kunden- sowie Serviceorientierung in den Mittelpunkt, um neue Kunden anzuwerben und Stammkunden halten zu können. Denn die Konkurrenz schläft niemals.

Die Kunden von Heute wollen sich nicht durch verschiedene Hierarchiestrukturen kämpfen müssen, um herauszufinden, wer welche Kompetenzen hat und wer Entscheidungen treffen darf. Der Kunde will eine Lösung für das vorhandene Problem, so schnell wie möglich, von einem kompetenten Vertreter des Unternehmens.

Das Interesse der Mitarbeiter, eine kundenorientierte Haltung einzunehmen, kommt allerdings nicht von selbst und kann nicht „angeordnet“ werden.

Dieses Engagement entsteht erst durch die größeren Handlungsspielräume und Entwicklung der vielseitigen Kompetenzen der Mitarbeiter. Hierbei kommt das Empowerment ins Spiel.

 

Die Bedeutung des Begriffs Empowerment

Kurz gesagt bedeutet Empowerment, das Vermögen, das Menschen durch ihr Wissen, Ihr Können und ihre Motivation haben, zu erkennen und zu nutzen.

Dabei werden Mitarbeitern größere Handlungs- und Entscheidungsspielräume zugesprochen und verschiedene Maßnahmen veranlasst, um diese auch nutzen zu können. Dazu werden die Mitarbeiter mit den notwendigen Informationen ausgestattet und die Kompetenzen mit entsprechenden Qualifizierungsmaßnahmen verbessert. Darüber hinaus müssen Anreizsysteme geschaffen werden, um die Mitarbeiter zu veranlassen, diese Handlungsspielräume zu nutzen und zielführende Entscheidungen zu treffen.

 

Empowerment setzt sich demzufolge aus vier Handlungskompetenzen zusammen:

  • Ausweitung der Handlungs- und Entscheidungsspielräume
  • Verbesserung der Informationsausstattung
  • Qualifizierung
  • Gewährung von Anreizen

 

Dabei ist genau festzulegen und zu kommunizieren, um welche Handlungs- und Entscheidungsspielräume es sich handelt. Der Mitarbeiter sollte seinen Aufgaben- und Verantwortungsbereich genau kennen und abgrenzen können. Dazu gehört es zum Beispiel Mitarbeitern im Kundenservice mit der nötigen Autonomie auszustatten, selbstständig Lösungen für Kundenprobleme zu finden und diese umsetzen zu dürfen.

Des Weiteren ist es wichtig, den Mitarbeitern die notwendigen lösungsorientierten Informationen zur Verfügung zu stellen. Bei dem Beispiel zum Thema „Kundenservice“ gehören dazu Informationen über den Kunden, über individuelle Problemstellungen sowie über die Sach- und Dienstleistungen, die vom Unternehmen angeboten werden. Darüber hinaus sollten Informationen über die Ziele des Unternehmens, die Veränderungen und Entscheidungen, sowie die finanzielle Situation vermittelt werden.

Um die bereitgestellten Informationen bestmöglich nutzen zu können, müssen die Kompetenzen der Mitarbeiter gefördert werden. Dabei können verschiedenste Maßnahmen zum Einsatz kommen. Ein Mitarbeiter im Kundenservice sollte zum Beispiel Planungs- und Analysetechniken zur Organisation von Lösungsprozessen sowie Kommunikations- und Gesprächsführungstechniken erlernen, um die Kunden bestmöglich beraten zu können.

Alleine das Gewähren von zusätzlichen Handlungsspielraum, bedeutet nicht, dass die Mitarbeiter diesen auch nutzen wollen, da dieser auch mit zusätzlicher Verantwortung verbunden ist. Dazu sollten Anreize gesetzt werden, die die intrinsische Motivation der Mitarbeiter erhöht und sie darin bestärkt Verantwortung für ihr Handeln zu übernehmen.

 

Die Bedeutung von Empowerment für Unternehmen

Empowerment hat eine große Bedeutung für die Wirtschaft und Unternehmen der heutigen Zeit.

Erst wenn Empowerment konsequent auf allen Ebenen des Unternehmens durchgeführt wird und in die Unternehmenskultur eingebettet ist, können Erfolge erzielt werden.

Nun stellt sich die Frage, welche Vorteile sich aus Empowerment ergeben.

Vor allem wird die intrinsische Motivation der Mitarbeiter gestärkt. Dies geschieht durch mehr Autonomie und Gestaltungsfreiheit, mehr Eigenverantwortung und durch Erfolgserlebnisse mit dem Kontakt zu Kunden. Des Weiteren wird die Qualifizierung der Mitarbeiter erhöht, sie können sich persönlich Weiterbilden und gegebenenfalls auch selbst Verwirklichen. Dafür werden allerdings die Arbeitsaufgaben anspruchsvoller und falls es zu einer Personalausdünnung kommt, steigt die Leistungsanforderung an die Mitarbeiter.

Wenn sich ein Unternehmen genauer mit Empowerment auseinandersetzt, kann es Einsicht in übergeordnete Zusammenhänge erlangen und so können neue Handlungsfelder für Mitarbeiter entstehen. Ist Empowerment einmal etabliert, können Optionen von den Mitarbeitern wahrgenommen und selbstständig ausgewählt werden. Um diese Befähigung umsetzen zu können, müssen allerdings auch die Rahmenbedingungen im Unternehmen stimmen. Dazu ist es wichtig, hierarchische und bürokratische Hürden aus dem Weg zu räumen, die Mitarbeiter in der Entscheidungsfindung bremsen. Des Weiteren muss eine Unternehmenskultur etabliert werden, in der man Fehler machen kann und dafür nicht bestraft wird und in der Vertrauen entstehen kann. Ein wichtiger Teil des Empowerment stellen Teamentwicklungsmaßnahmen dar, wodurch die Mitarbeiter mit neuen Qualifikationen ihre Rolle im Team finden können.

Empowerment heißt also nicht einfach Verantwortung abzugeben, sondern, dass alle für das Unternehmen, für die Gewinne und die Produkte und Leistungen des Betriebes verantwortlich sind. Verantwortung bedeutet wiederum, größeres Engagement für eigene Projekte und mehr Klarheit über eigene Ziele und Bedürfnisse. Die Effektivität und Produktivität eines Unternehmens, wird von der Entwicklung der Mitarbeiter sowie von dem Einsatz deren Talente und Qualitäten bestimmt.

Unternehmen müssen erkennen, dass die Mitarbeiter das größte Kapital der Firma sind und aus diesem Grund, ist in diese zu investieren und auf deren Qualität zu vertrauen.

 

Man kann einem Menschen nichts beibringen, man kann ihm nur helfen, es in sich selbst zu entdecken

von Galileo Galilei

 

Literaturverzeichnis

  • Mayrhofer W., Strategische Personalpolitik, Rainer Hampp Verlag, 1999.
  • Schmitz G., Dietz M., Eberhardt S., „Empowerment als ganzheitliches Managementkonzept zur Steuerung der individuellen Lösungskompetenz bei Lösungsanbietern: Wirkungsmechanismen und Implementierung“, Universität Duisburg-Essen, 2009.
  • Lemke I., „Empowerment – warum auch in der Pflege Führung neu gedacht werden sollte“, 2002.
  • Pascoe N. S., Empowerment als Umsatzfaktor, 2001.
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Kommentar von Schaefer |

Hallo Zweikern Team, danke für den interessanten Newsbeitrag! Sehr empfehlenswert, freue mich schon auf nächste Woche ! Bitte weiter so :-)

Antwort von Andreas Kerneder

Vielen Dank für das Kompliment.

Kommentar von zweikern beim Interview #03: Empowerment | zweikern |

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