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Auf den Kern gebracht #3: Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit - im wirtschaftlichen Kontext wird dieser Begriff oft im Bereich des Prozessmanagements verwendet. Prozesse sind dabei soweit im Unternehmen integriert, dass sie über einen langen Zeitraum hinweg fortgeführt werden. Nachhaltigkeit ist aber ein viel weiterer Begriff. Das Wort steckt im Moment in aller Munde. Möbel werden nachhaltig produziert, Supermärkte werben mit Nachhaltigkeit, und Energie muss nachhaltiger zur Verfügung gestellt werden. Doch was hat es mit der Nachhaltigkeit in Bezug auf den Menschen auf sich? Und was hat die Kultur in einem Unternehmen damit zu tun?

Nachhaltigkeit – was ist das?

„Nachhaltigkeit ist ein Handlungsprinzip zur Ressourcen-Nutzung, bei dem eine dauerhafte Bedürfnisbefriedigung durch die Bewahrung der natürlichen Regenerationsfähigkeit der beteiligten Systeme (vor allem von Lebewesen und Ökosystemen) gewährleistet werden soll.“ so Wikipedia. Damit ist Nachhaltigkeit eine Art und Weise, nach der wir Menschen unser Verhalten ausrichten. Dieses Verhalten bezieht sich auf die Nutzung von „Ressourcen“. Ressourcen sind Mittel, die wir für unser Leben brauchen. Wasser, Nahrung, Holz oder auch Erdöl gehören dazu. Damit unsere Bedürfnisse nicht nur in unserer, sondern in vielen nachfolgenden Generationen befriedigt werden können, sollen wir uns nachhaltig verhalten. Entnehmen wir unser Holz beispielsweise von einem einzigen Wald in dem jährlich zehn Bäume ausgewachsen sind, fällen wir jedes Jahr diese zehn Bäume und pflanzen diese wieder nach. So ist das Fortbestehen des Waldes und damit die Erfüllung unserer Bedürfnisse auch in Zukunft gesichert.

Nachhaltigkeit und Mensch

Mensch = Lebewesen

Nachhaltigkeit bezieht sich im ursprünglichen Sinn also auf die Natur und ihre Lebewesen. Leider vergessen wir Menschen meines Erachtens oft unseren „Ursprung“. Wir entstammen genauso der Natur und sind Lebewesen wie Tiere oder Pflanzen. Aus diesem Grund ist die Psychologie eine Naturwissenschaft. Sie beschäftigt sich mit dem Erleben und Verhalten von Menschen. Wir Menschen halten uns heutzutage nicht mehr auf der freien Wildbahn beim Jagen oder Sammeln von Früchten auf, sondern erarbeiten unsere Lebensgrundlage in der Regel in unserem Beruf. In größeren Unternehmen wird der Bereich, der sich um die Mitarbeiter kümmert, gerne als „Human Resource Management“ bezeichnet. Übersetzt die „Verwaltung der menschlichen Ressource“. Mit meinem Psychologie-Studium im Hintergrund stellt es mir bei der Bezeichnung zwar die Haare im Nacken auf, aber der Begriff zeigt in Verbindung mit Nachhaltigkeit, worum es geht: die Ressource Mensch nachhaltig zu nutzen.

Der Mensch als wichtigster Baustein

Für uns bei zweikern ist der Mensch der Mittelpunkt des Unternehmens. Das sagen wir nicht, weil wir (fast) alle einen psychologischen Hintergrund haben und die Welt mit einer rosaroten Brille sehen. Wir sagen das, weil kein Unternehmen ohne einen Menschen funktionieren würde. Selbst ein Konzern mit einem hohen Grad an Automatisierung, braucht eine gewisse Anzahl an Menschen, welche die Prozesse überwachen oder wenigstens innovative Ideen zur Weiterentwicklung liefern. In den Zeiten der Industrialisierung war der Mensch nur Mittel zum Zweck. Er musste im Akkord seine Arbeit erfüllen, Geld gab es dabei nur wenig, und wenn jemand Fehler machte oder krank wurde, wurde er einfach ersetzt. Nach und nach hat sich das zum Glück geändert, Krankenversicherungen und ein Arbeitsschutzgesetz wurden eingeführt. Die Arbeit in Unternehmen und ihre „Ressource Mensch“ bekamen einen gesetzlichen Rahmen. Ich bin trotzdem noch der Meinung, dass in vielen Unternehmen und vor allem in unseren Köpfen von menschlicher Nachhaltigkeit noch wenig zu sehen ist.

Warum die meisten Menschen (noch) nicht nachhaltig sind

Ich habe nach wie vor das Gefühl, dass es in den deutschsprachigen Ländern fast zum „guten Ton“ gehört, sich regelmäßig zu überarbeiten. Landet man im Burn-out klingt das leider schon fast wie eine Auszeichnung. „Du hast gearbeitet bis zum Umfallen, herzlichen Glückwunsch!“ Für viele Familienmütter oder Familienväter gehört es nach wie vor dazu, nach 17 Uhr noch im Büro zu sein. Die Kinder sieht man vielleicht noch zwischen Tür und Angel. Was in unseren Kreisen normal ist, würde in den skandinavischen Ländern negativ auffallen. Ist eine Person mit Familie noch spät im Büro, wird nachgefragt, ob man über die Probleme zuhause reden wolle. Ein riesiger Unterschied, oder? Ich will hier auf keinen Fall sagen, dass Arbeit und Leistungsorientierung nicht wichtig wären. Regelmäßige Herausforderungen, Spaß an der Arbeit zu haben und wichtige Deadlines einzuhalten kann sogar sehr gesund sein und helfen, sich weiterzuentwickeln. Aber hier gilt wie bei allem anderen: Die Dosis macht das Gift. Ich würde mir für die Zukunft wünschen, dass sich das in unseren Kulturkreisen etwas verändert. Denn, wenn wir Menschen mehr darauf achten, nachhaltiger mit uns umzugehen, hat das nur positive Effekte. Wir werden weniger krank, sind kreativer und können viel mehr leisten.

Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen

Die positiven Effekte von nachhaltigem Umgang mit uns selbst hat nicht nur auf der individuellen Ebene Vorteile. Steigen die Gesundheit und das Wohlbefinden in einem Unternehmen an, steigt die Arbeitszufriedenheit. Diese hat einen nachweislichen Einfluss auf die Leistungsfähigkeit der Angestellten. Das kann für ein Unternehmen am Ende nur ein Gewinn sein. Ich bin der Meinung, dass Firmen die Mitarbeitenden bis zu einem gewissen Punkt an die Hand nehmen müssen, damit ein nachhaltiger Umgang mit uns selber möglich wird. Am Ende werden so positive Ergebnisse für beide Seiten erreicht. In unserem zweikern Ansatz verfolgen wir beim Thema Nachhaltigkeit verschiedene Punkte. Denn um Nachhaltigkeit in einem Unternehmen zu etablieren, reicht nicht ein kurzfristiger, eindimensionaler Prozess. Ein mehrdimensionaler Ansatz im Bereich Personal- und Organisationsentwicklung ist nötig.

  1. Unternehmenskultur

Dieser umfasst bei uns zum einen die Unternehmenskultur. Sie sollte durch eine gesunde Führung und wertschätzenden Umgang mit Mitarbeitenden geprägt sein. Der gesamte institutionelle Rahmen muss sein Augenmerk auf eine ressourcenorientierte Arbeitsgestaltung legen.

  1. Führungskräfte

Der zweite Schlüsselpunkt sind die Führungskräfte. Führende Personen brauchen eine gesunde Selbstführung. Denn nur wer sich selber gesund führt und auf die eigenen Ressourcen achtet, der kann seinen Mitarbeitenden den richtigen Weg zeigen. So kann eine ressourcenorientierte Interaktion gestärkt werden. Diese basiert auf gelingender Kommunikation, Wertschätzung und Anerkennung.

  1. Mitarbeitende

Der dritte Bereich sind die Mitarbeitenden selbst. Hier können gesundheits- und nachhaltigkeitsförderliche Kompetenzen geschult werden. Mitarbeitende können so erlernen, wie sie eine gute Balance zwischen Arbeit und Freizeit schaffen, wie Konflikte gelöst oder stressfreier gearbeitet werden kann.

Uns ist bei dem gesamten Konzept immer wichtig, zuerst den Ist-Zustand mit unserem Tool zweikern Analytics zu erheben und einen Kernbefund für Ihr Unternehmen zu erstellen. So können wir individuelle, wirklich passende Maßnahmen ableiten und Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen optimal etablieren.

 

Es gibt nur eine wahrhafte Freude:
den Umgang mit Menschen.

von Antoine de Saint-Exupéry

Literatur

Kissel, A., & Huber-Metz, B. (2013). Gesunde Unternehmen haben gesunde Mitarbeiter. na.

Struhs-Wehr, K. (2017). Betriebliches Gesundheitsmanagement und Führung. Wiesbaden: Springer.

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