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Teamarbeit: Ein Anderer macht das schon!

Die Zusammenarbeit in kleinen Gruppen, in Teams wird in vielen Unternehmen immer beliebter. Dies macht durchaus Sinn, denn die Teamarbeit hat viele Vorteile! Leider wird der gemeinsamen Arbeit an einem bestimmten Thema oft nachgesagt, sie sei unproduktiv und jeder würde sich von der Verantwortung drücken, selbst einen Teil beizutragen. Natürlich ist das Argument nicht völlig aus der Luft gegriffen, denn jeder der schon einmal auf der Uni, oder in der Schule ein Projekt mit Mitmenschen gestartet hat weiß, dass nicht jedes Teammitglied gleich viel Arbeit, Leidenschaft und Engagement in eine Aufgabe steckt. Viele sind mit der Einstellung in das Projekt gegangen, so lange wie möglich keinen Finger zu krümmen, bis irgendjemanden der Kragen platzt und allein die ganze Arbeit erledigt.

Das soziale Faulenzen

Bereits in verschieden Studien wurde erforscht, inwieweit sich die Leistung und die Motivation von einzelnen Menschen in der Gruppe verringert. „Social Loafing“ wird dieses Phänomen genannt und konnte 1979 in einer Studie bestätigt werden. In einer Zusammenfassung von insgesamt 80 Studien, die in den letzten Jahrzehnten durchgeführt wurden, konnte gezeigt werden, dass dieser Faulheits-Effekt immer dann auftritt, wenn nicht klar ist, wieviel jedes einzelne Teammitglied zum Endergebnis beitragen muss und die Teilleistungen einzelner Mitglieder nicht sichtbar sind. So zeigt sich zum Beispiel bei einem Staffellauf weder ein Motivations-, noch ein Leistungsabfall, beim Rudern, wo nicht klar ist, wer welche Leistung erbringt, allerdings schon. Es konnte sogar gezeigt werden, dass man sich auf Termine in der Gruppe weniger gut vorbereitet, da man sich stärker auf die anderen Mitglieder verlässt.

Ein Grund dafür könnte sein, dass man im Team nicht sofort den Output von eigenen Leistungen erkennen kann. Alle Teilleistungen führen zu einem Gruppenergebnis und man kann selbst schwer abschätzen, wie wichtig man selbst für den Erfolg eines Projektes war. Hat eine Person zum Beispiel das Gefühl eigentlich nicht wichtig für das Endergebnis zu sein, sinkt die Motivation rapide ab.

Lösungsansätze für „social loafing“

Dass Teamarbeit im Allgemeinen weniger effektiv ist als Einzelarbeit lässt sich so allerdings nicht unterschreiben. Es gibt sicherlich Arbeitsaufträge, für die in der Teamarbeit mehr Zeit investiert wird, als wenn Mitarbeiter einzeln daran gearbeitet hätten. Teamarbeit ist also nicht immer die beste Wahl und allgemein der Einzelarbeit vorzuziehen. Es gibt allerdings Projekte, die ohne Teamarbeit nicht funktionieren würden. Wenn es darum geht innovative Problemlösungen zu entwickeln, kreativ zu sein oder verschiedene Fachmeinungen zu einem Thema benötigt, ist Teamarbeit nicht zu umgehen. Was kann man nun tun um das soziale Faulenzen von Teammitgliedern so gut es geht zu vermeiden?

  • Verantwortung aufteilen und auch das Verantwortungsgefühl bei jedem einzelnen Teammitglied stärken
  • Nicht nur Teamziele setzen, sondern auch individuelle Ziele, die für jedes Teammitglied vereinbart werden
  • Die Bedeutung des Teams kommunizieren und auch die individuelle Wertigkeit von einzelnen Erfolgen erhöhen
  • Den Raum schaffen, damit jedes Teammitglied einen Beitrag zum Gesamtergebnis leistet kann
  • Vermeidung von Teammitgliedern, die keine bestimmte Rolle zugewiesen haben. Das heißt, jedes Mitglied mit einer bestimmten Spezialisierung sollte nur einmal vorhanden sein, damit dieser das Gefühlt bekommt, dass der Erfolg der Gruppe von jedem einzelnen Teammitglied abhängig ist.

Vorteile von konstruktiver Teamarbeit

Flexibles Arbeiten

Ändert sich während eines Projektes etwas an der Aufgabenstellung, fällt es einem Team leichter, flexibel darauf zu reagieren.

Kreativität steigt

Sitzen im Team verschiedene Denkköpfe zusammen, steigt die Kreativität und das Innovationspotential der Gruppe. Neue Ideen können sofort in der Gruppe bewertet werden und durch verschiedene Meinungen befürwortet oder verworfen werden. So wird keine Zeit in „schlechte“ Ideen verschwendet und „gute“ Ideen können durch Fachexperten von verschiedenen Seiten beleuchtet und ausgearbeitet werden.

Vernetzung von Wissen

Wie im oberen Punkt bereits angesprochen wächst die Vernetzung von Wissen zwischen Fachexperten. Egal ob es darum geht, neue Ideen zu entwickeln, Problemlösungen zu finden oder ein neues Produkt zu entwerfen, mit Hilfe der Teamarbeit kann ein großer Wissenspool gebündelt und dadurch sehr zentral eingesetzt werden.

Weniger Führungsaufgaben

Da die meisten Teams selbstständig arbeiten, besteht ein geringerer Planungs-, Kontroll- und Führungsaufwand für Vorgesetzte. Voraussetzung dafür ist allerdings, dass das Team sehr genaue und klare Zielvereinbarungen hat, jedes einzelne Teammitglied weiß, welche Rolle er im Team übernehmen wird und welche Verantwortungsbereich zu übernehmen sind.

Verständnis für verschiedene Bereiche

Durch die Zusammenarbeit von verschiedenen Fachexperten wird es möglich, das Verständnis für andere Bereiche zu vergrößern. Dadurch entsteht für die einzelnen Teammitglieder ein ganzheitliches Bild des Projektes und vielleicht sogar des Unternehmens.

Wann ist Teamarbeit sinnvoll?

Ein Team funktioniert nur mit klaren Regeln und Verantwortungsbereichen. Arbeitet ein Team wild darauf los, ist die Chance relativ groß, dass soziale Faulheit entsteht. Durch die oben genannten Vorteile von Teamarbeit lassen sich nun auch Aufgaben und Projekte ableiten, für die Teamarbeit sehr gut geeignet ist.

Die Merkmale von Aufgaben, die für Teams geeignet sind:

Komplexität

Umso mehr Experten und fachliche Expertise für einen erfolgreichen Abschluss eines Projektes von Nöten sind, desto wichtiger wird die Teamarbeit. Ansonsten müssen einzelne Entscheidungsträger immer wieder einzeln um Rat gefragt werden und das Projekt verzögert sich.

Verantwortlichkeiten

Damit ein Projekt in Teamarbeit erfolgreich sein kann, müssen die Verantwortlichkeiten gut kommuniziert und abgetrennt sein. Jedes Teammitglied muss genau wissen, welche Aufgaben zu erledigen sind, wofür welches Mitglied die Verantwortung übernimmt. Ansonsten entsteht sehr schnell der Gedanke: "Toll, ein anderer macht's!" und die ganze Arbeit bleibt bei einzelnen Personen hängen.

Kreativität und Innovation

Ein Projekt ist dann besonders gut für eine Teamarbeit geeignet, wenn es darum geht neue Ideen und neue Produkte zu entwicklen. In der Gruppe bzw. in der Diskussion bekommt man schnell neue Denkanstöße, die dann von den verschiedenen Experten im Team ausgearbeitet und weiterentwickelt werden können.

Interaktion und Austausch

Eine Aufgabe ist nur dann für Teamarbeit geeignet, wenn diese auch eine gewisse Interaktionsmöglichkeit bietet. Wenn die Projekt aus verschiedenen Aufgaben besteht, die nichts miteinander zu tun haben, und von verschiedenen Mitarbeitern ausgeführt werden können, die nicht in den Austausch gehen müssen um ein Ziel zu erreichen, ist es auch nicht notwendig dafür ein Team zu bilden.

Klare Zielvereinbarung

Um den Erfolg der Gruppe messen zu können ist es unabdingbar ein verbindliches Ziel zu formulieren. Was genau soll bis zu welchen Zeitpunkt umgesetzt werden? Handelt es sich um ein langfristiges Ziel, sollten auch unbedingt Zwischenziele formuliert werden um den Fortschritt des Teams immer wieder zu kontrollieren bzw. zu evaluieren, was bereits gut läuft und in welchen Bereichen das Team eventuell Unterstützung benötigt.

Ich würde mich sehr freuen, mit Ihnen über das Thema Teamarbeit zu diskutieren! Welche Erfahrungen haben Sie bereits mit der Arbeit im Team gemacht? Sind Sie ein Mensch der gerne im Team arbeitet oder denken Sie die Teamarbeit ist kontraproduktiv? Ich bin sehr gespannt auf Ihre Meinungen und Erfahrungen, schreiben Sie dazu einfach Ihr Kommentar unten in die Kommentarbox!

Wenn jeder einzelne 'zusammen' vorwärts geht, dann muss man sich um Erfolg nicht kümmern.
von Henry Ford

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