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Innovation: Mitarbeitende als Erfolgsfaktor

Lesezeit: 5 Min.

Innovationen sind in Zeiten der Digitalisierung wichtiger denn je. In den letzten Jahren haben vor allem „Start-ups“ viel Aufmerksamkeit bekommen. Diese sind allerdings keine Neuheit. Früher waren sie nur als „Unternehmensgründung“ betitelt. Aber wussten Sie, dass nur zehn Prozent aller Firmen ein Alter von zehn Jahren erreichen? Meist werden sie aus einer guten Idee heraus geboren und starten senkrecht. Dann fehlt es aber an neuen Ideen und Weiterentwicklungen. Es gibt keine Innovation, und die Firmen verschwinden genauso schnell, wie sie aufgetaucht sind. Dieses Problem gilt aber nicht nur für junge Unternehmen, sondern auch für etablierte Konzerne. Es wird immer wichtiger, mit frischen Ideen aufzuwarten. Doch wie kann man Innovation im Unternehmen nachhaltig fördern? Und wieso sind die Mitarbeitenden dabei so wichtig?

Innovation: das Potenzial schlummert in den Mitarbeitenden 

Für den Begriff Innovation gibt es keine eindeutige Definition. Eine Innovation liegt in der Regel vor, wenn eine neue Erfindung (Invention) wirtschaftlich verwertet werden kann. Beispielsweise wenn ein Unternehmen ein neues Produkt auf den Markt bringt und mit diesem wirtschaftlichen Erfolgen erzielen kann. Innovation ist herkömmlich ein starrer Prozess. Es gibt eine Abteilung, die für die Produktentwicklung zuständig ist. Die neuen Produkte durchlaufen bei der Entwicklung verschiedene Stufen, und der Fokus liegt vor allem auf der Qualität. Innovation ist ein von der Umgebung fast abgeschotteter Prozess. In den letzten Jahren hat sich das Verständnis von Innovation durch Konzepte wie die der Agilität und Lean Innovation stark verändert. Sie betonen vor allem den Kontakt zum Kunden. Die Kunden sind die wichtigste Quelle für Informationen. Nur sie wissen, was sie wirklich brauchen. Der Entwicklungsprozess zeichnet sich durch eine hohe Flexibilität aus. So können am Ende Produkte entstehen, die genau den Wünschen der Kunden entsprechen, nicht zu viele und nicht zu wenige Features haben. Dieses Konzept bietet sich gerade bei der Softwareentwicklung an. Aber was ist bei „normalen“ Produkten? Stellen wir uns einmal ganz klassisch einen Autohändler vor. Der Kunde geht in ein Autohaus und lässt sich vom Verkäufer beraten. In diesem Verkaufsgespräch erfährt nicht nur der potentielle Käufer etwas vom Angestellten des Autohauses. Nein, auch der Mitarbeitende bekommt viele relevante Informationen von seinem Gegenüber. Gerade Angestellte, die viel Kontakt zum Kunden haben, haben ein enormes Wissen über deren Wünsche und Optimierungsmöglichkeiten für die bestehenden Produkte. Aber wie schafft es ein Unternehmen, an dieses Wissen zu kommen?

Der optimale Rahmen für Ihre Mitarbeitenden

1.  Intrapreneurship fördern

Der Begriff Entrepreneurship beschreibt Personen, denen es gefällt, neue Ideen zu entwerfen, damit vorauszugehen und etwas zu bewegen/zu verändern. Sie zeigen großen Unternehmergeist und gründen gerade deshalb oft eigene Firmen. Das Konzept „Intrapreneurship“ beschreibt Personen, mit genau diesen Eigenschaften. Mit dem Unterschied, dass diese in der Firma bleiben und dort neue Konzepte und Ideen entwickeln. Sie haben bestimmt schon von sehr guten Mitarbeitenden gehört, die ihr Unternehmen verlassen haben, um ein eigenes Konzept umzusetzen. Oft hat das den Grund, dass diese Personen von ihrem alten Arbeitgeber wenig gehört wurden und ihnen kein Raum für neue Ideen gegeben wurde. Stellen Sie sich vor, welche Vorteile es sowohl für die alte Firma als auch den Angestellten gehabt hätte, wenn seine Ideen gehört und umgesetzt worden wären. Dem „Erfinder“ wird der Start seiner Idee erleichtert, und das Unternehmen kann sein Fortbestehen auf dem Markt sichern. Für Arbeitsgeber heißt es folglich: Feinfühligkeit bewahren und auf Personen achten, die kreativ sind und etwas verändern wollen.

2.  Hören Sie hin!

Gerade Experten und Führungskräfte „weiter oben“ hören oft nicht zu, wenn eine „einfache Fachkraft“ neue Ideen einbringt. Zum einen zeichnen sie sich durch eine hohe Expertise aus, sei es durch Studium oder jahrelange Erfahrung. Zum anderen lassen Zeit- und Termindruck kein anderes Verhalten zu. Hier ist es wichtig, ein Bewusstsein für Weiterentwicklung zu schaffen. Jede Person in der Firma kann neue Ideen einbringen und damit Möglichkeiten für Innovation schaffen. Etablieren Sie Möglichkeiten für jeden Angestellten, eigene Ideen einzubringen. Innovation ist kein abgeschotteter Prozess, sondern ist in den Arbeitsalltag zu integrieren. Bei unserem Autobeispiel könnte der Verkäufer dazu angehalten werden, mögliche Verbesserungsvorschläge oder Weiterentwicklungen des Autos an die Entwicklung weiter zu leiten. Im Aufenthaltsraum kann ein „Ideenboard“ eingeführt werden, in dem stetig neuen Gedanken gesammelt werden. Oder in Teammeetings können Ideensammlungen ein fester Bestandteil auf der Agenda sein. Schaffen Sie Strukturen und Zeit, ihre Mitarbeitenden und deren Gedanken zu hören und festzuhalten.

3.  Diversität schaffen

Nichts fördert Innovation so sehr, wie ein bunt gemischter Haufen an Mitarbeitenden. Viele verschiedene Persönlichkeiten in einem Team oder Unternehmen können natürlich auch zu Reibung führen. Damit man aus der „Diversität“ möglichst große Vorteile ziehen kann, ist ein gutes Diversity Management unerlässlich. Dieser zweikern Artikel bietet Ihnen einen guten Überblick über das Thema. Beispielsweise ergibt es Sinn, das Team der Produktentwicklung sehr interdisziplinär aufzustellen. In der klassischen Organisationsstruktur gibt es Teams bestehend aus den Bereichen Ideengenerierung, Entwicklung, Marketing und Vertrieb. Wenn Sie alle diese Personen in einer Gruppe zusammenfügen, arbeiten viele verschiedene Talente zusammen. Das ermöglicht eine ganz neue Art des Denkens und Arbeitens. Wenn Sie es dann noch schaffen, die Ideen von anderen Mitarbeitenden aufzugreifen, steht der nachhaltigen Innovation nichts mehr im Weg!

4.  Eine förderliche Unternehmenskultur etablieren

Innovationen entstehen immer aus Kreativität. Kreativität gibt es aber nur da, wo sich Mitarbeitende wohl fühlen und sich ohne Angst frei entfalten können. Sind Angestellte oft mit der Sorge konfrontiert, einen Fehler zu machen, werden sie die immer gleichen Prozesse verfolgen. Die alte Art zu arbeiten kennt man ja; da kann nichts schieflaufen. Dieses Verhalten ist nachvollziehbar, untergräbt aber jegliche Form von Innovation. Eine offene Fehlerkultur gehört zu einer förderlichen Unternehmenskultur. Unterläuft einem Mitarbeitenden beispielsweise ein Fehler, sollte er von der Führungskraft unterstützt werden, und beide gemeinsam an einer Lösung arbeiten. In einer gelebten Fehlerkultur werden Fehler zum Alltag und einer Möglichkeit zur Weiterentwicklung für das gesamte Unternehmen. Führungskräfte sollten für diesen Bereich geschult und sensibilisiert werden. Neben der offenen Fehlerkultur spielt auch zeitlicher Freiraum für die Mitarbeitende eine wichtige Rolle. Wenn diese die gesamte Arbeitszeit mit den alltäglichen Aufgaben beschäftigt oder sogar permanent unter Stress stehen, können kaum neue Ideen entwickelt werden. Achten Sie darauf, ihren Mitarbeitenden diesen wichtigen Freiraum immer wieder zu geben.

In den Mitarbeitenden schlummert also das größte Potenzial für Innovationen. Damit sich dieses Potenzial entfalten kann, braucht es eine förderliche Unternehmenskultur. Mit den oben beschriebenen vier Punkten schaffen Sie bereits eine gute Grundlage. Sie haben Fragen zur Etablierung einer solchen nachhaltigen Unternehmenskultur? Kontaktieren Sie uns gerne!

Wo kämen wir hin, wenn alle sagten, wo kämen wir hin, und keiner ginge, um zu sehen, wohin wir kämen, wenn wir gingen.

Von Kurt Marti

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Portrait Corinna Pfannenstein

Autor

Corinna Pfannenstein

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