Episode 49: Innovation durch Fluktuation
Fluktuation wird oftmals als negatives Wort empfunden. Wissen geht verloren und die Kosten für den Aufbau neuer Mitarbeitenden können ziemlich hoch ausfallen. Doch andersrum kann eine zu niedrige Fluktuation für die Entwicklung einer Organisation ein absoluter Hemmschuh sein.

In Episode 49 von „KERNTALK – Senf statt Sänfte“ beschäftigen sich Jonas und Andreas mit einem kontroversen Thema: die Rolle der Mitarbeiterfluktuation in der Veränderung der Unternehmenskultur. Andreas erinnert sich an einen Vortrag eines großen IT-Unternehmens, das einmal behauptete, dass Kulturveränderungen am besten gelingen, wenn man genug Menschen entlässt und diese Positionen mit neuen Köpfen besetzt. Damals war er empört über diese Aussage, doch heute erkennt er, dass darin auch ein Körnchen Wahrheit steckt.
Während hohe Fluktuation sicherlich nicht das Ziel einer gesunden Unternehmenskultur sein sollte, diskutieren Jonas und Andreas die Risiken, die eine zu geringe Fluktuation mit sich bringt. Sie beleuchten, wie ein frischer Wind von außen hilfreich sein kann, um eingefahrene Denkweisen aufzubrechen und Raum für Innovationen zu schaffen. Gleichzeitig gehen sie darauf ein, warum man den Wert erfahrener Mitarbeitender niemals unterschätzen sollte und wie Unternehmen eine Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung finden können.
Die Herausforderungen geringer Fluktuation
In vielen Unternehmen ist die geringe Fluktuation ein Zeichen von Stabilität und Zufriedenheit. Wenn die Mitarbeiter lange bleiben, deutet dies oft auf eine gute Unternehmenskultur und ein angenehmes Arbeitsumfeld hin. Doch diese Stabilität kann sich auch als Hindernis herausstellen, insbesondere wenn es um Veränderungen geht. Unternehmen, die sich ausschließlich auf langjährige Mitarbeitende verlassen, laufen Gefahr, dass sie immer dieselben Perspektiven und Ideen fördern und damit den Blick für neue Ansätze verlieren.
Jonas und Andreas sprechen darüber, dass Veränderung oft mit einem gewissen Unbehagen verbunden ist. Mitarbeitende, die seit Jahren in denselben Strukturen arbeiten, gewöhnen sich an die bestehenden Prozesse und Denkweisen. Die Bereitschaft, sich auf Neues einzulassen und alte Gewohnheiten zu hinterfragen, sinkt. Dadurch können Innovationen und notwendige Veränderungen ins Stocken geraten. Eine zu geringe Fluktuation führt also dazu, dass sich die Kultur eines Unternehmens verfestigt, ohne Raum für frische Ideen zu lassen.
Der Wert neuer Perspektiven
Ein gewisser Grad an Fluktuation kann Unternehmen dabei helfen, ihre Unternehmenskultur lebendig zu halten und neue Impulse zu setzen. Neue Mitarbeitende bringen frische Perspektiven und andere Erfahrungen mit, die es ermöglichen, eingefahrene Strukturen zu hinterfragen und innovative Lösungen zu finden. Dies ist besonders wertvoll, wenn das Unternehmen mit neuen Herausforderungen konfrontiert wird oder sich in einem dynamischen Marktumfeld bewegt.
Jonas und Andreas diskutieren, dass Veränderung nicht immer bedeuten muss, dass bestehende Mitarbeitende ersetzt werden. Vielmehr geht es darum, ein Umfeld zu schaffen, in dem neue Ideen willkommen sind und die Bereitschaft gefördert wird, über den Tellerrand hinauszuschauen. Durch gezielte Einstellungen und eine offene Unternehmenskultur kann ein Unternehmen das Beste aus beiden Welten vereinen: die Erfahrung und das Wissen langjähriger Mitarbeitender mit den frischen Impulsen und Perspektiven neuer Kolleginnen und Kollegen.
Risiken hoher Fluktuation
Natürlich kann eine hohe Fluktuation auch ihre Schattenseiten haben. Jonas und Andreas sind sich einig, dass eine ständige Fluktuation das Unternehmensklima destabilisieren und die Mitarbeitenden verunsichern kann. Wenn ständig neue Menschen kommen und gehen, leidet die Kontinuität und das Vertrauen in die Führung. Zudem besteht die Gefahr, dass wertvolles Wissen und Erfahrung verloren gehen, was langfristig die Effizienz und das Wohlbefinden des Teams beeinträchtigen kann.
Eine hohe Fluktuation sollte also niemals das Ziel sein, wenn es darum geht, die Unternehmenskultur zu verändern. Vielmehr sollte ein Unternehmen darauf abzielen, Mitarbeitende zu halten, die sich mit der Kultur identifizieren und gleichzeitig offen für neue Denkweisen sind. Jonas und Andreas plädieren dafür, dass Unternehmen regelmäßig hinterfragen sollten, ob ihre Strukturen und Prozesse den Raum für Erneuerung bieten, den sie benötigen, um sich weiterzuentwickeln.
Eine Balance finden: Kontinuität und Erneuerung
In Episode 49 sprechen Jonas und Andreas darüber, wie Unternehmen eine Balance zwischen Kontinuität und Erneuerung finden können. Sie empfehlen, dass Unternehmen Veränderungen nicht durch erzwungene Fluktuation herbeiführen sollten, sondern durch die Förderung einer offenen und innovationsfreudigen Unternehmenskultur. Eine Möglichkeit, dies zu erreichen, besteht darin, regelmäßig neue Perspektiven in die bestehenden Teams zu integrieren – sei es durch gezielte Neueinstellungen, Fortbildungen oder durch den Austausch mit externen Beratern.
Unternehmen sollten zudem darauf achten, dass die langjährigen Mitarbeitenden immer wieder die Möglichkeit bekommen, sich weiterzuentwickeln und ihre Kompetenzen zu erweitern. Indem sie ihren Mitarbeitenden neue Rollen und Aufgaben anbieten, können sie deren Motivation und Kreativität fördern und gleichzeitig verhindern, dass sie in eingefahrenen Denkmustern stecken bleiben.
Fazit: Veränderung braucht neue Impulse
In Episode 49 von „KERNTALK – Senf statt Sänfte“ argumentieren Jonas und Andreas, dass Veränderung neues Denken erfordert und dass Unternehmen einen gesunden Grad an Fluktuation brauchen, um sich weiterzuentwickeln. Es geht jedoch nicht darum, langjährige Mitarbeitende auszutauschen, sondern darum, eine Kultur zu schaffen, die Raum für neue Ideen und Perspektiven bietet. Nur so können Unternehmen die notwendige Agilität entwickeln, um auf Veränderungen zu reagieren und langfristig erfolgreich zu bleiben.
Indem Unternehmen die Balance zwischen Stabilität und Erneuerung finden, können sie das Beste aus beiden Welten vereinen: die Erfahrung und das Wissen der langjährigen Mitarbeitenden sowie die frischen Impulse und Innovationen neuer Kolleginnen und Kollegen. Jonas und Andreas hoffen, dass ihre Diskussion zu einem bewussteren Umgang mit Fluktuation beiträgt und Unternehmen ermutigt, Veränderungen als Chance zu betrachten.
Viel Spaß beim Reinhören!
