Episode 21: Die dunkle Triade der Macht
Die dunkle Seite der Macht existiert. Vielmehr wird sie in der Wissenschaft als dunkle Triade beschrieben und diese bezieht sich oft auf die Führungskräfte dieser Welt. Denn viele Unternehmen glauben auch heute noch, dass Menschen der dunklen Seite die Ziele des Unternehmens am besten erreichen können.

Die „dunkle Seite der Macht“ ist nicht nur ein Konzept aus dem Star Wars Universum. Auch in der realen Arbeitswelt gibt es Führungskräfte, die eher auf destruktive und manipulative Taktiken setzen, um ihre Ziele zu erreichen. In Episode 21 unseres Podcasts „KERNTALK – Senf statt Sänfte“ haben Jonas und Andreas darüber gesprochen, wie Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie – zusammen als die „dunkle Triade“ bekannt – Führungskräfte beeinflussen können. Die berühmteste Person, die häufig mit diesen Eigenschaften in Verbindung gebracht wird, ist vielleicht das „orange Männchen“ aus den Vereinigten Staaten, das durch seinen polarisierenden Führungsstil bekannt wurde. Doch auch in vielen Unternehmen finden sich Führungskräfte, die diesen Persönlichkeitsmerkmalen entsprechen und dennoch in hohen Positionen verbleiben.
Bereits in Episode 13 sprachen Jonas und Andreas über Führung und beleuchteten die dunklen Seiten der Macht in Unternehmen. In dieser Folge vertiefen sie das Thema und erklären, warum auch heute noch Unternehmen auf Führungskräfte zurückgreifen, die im Spektrum dieser Triade einzustufen sind.
Was ist die dunkle Triade?
Die dunkle Triade ist ein Konzept aus der Psychologie und umfasst drei Persönlichkeitsmerkmale: Narzissmus, Machiavellismus und Psychopathie. Diese Merkmale beschreiben Führungspersönlichkeiten, die egozentrisch, manipulativ und emotional unempfindlich sind. Während diese Eigenschaften auf den ersten Blick abschreckend wirken, können sie in bestimmten Kontexten als vorteilhaft angesehen werden, was dazu führt, dass Unternehmen manchmal sogar gezielt auf Führungskräfte mit diesen Eigenschaften setzen.
Narzissmus: Narzisstische Führungskräfte sind stark auf sich selbst fokussiert und haben ein übertriebenes Bedürfnis nach Bewunderung und Anerkennung. Sie halten sich für besonders und erwarten, dass andere ihnen denselben Respekt zollen. Dieser Drang nach Bewunderung kann jedoch schnell toxisch werden, wenn er das Wohl des Unternehmens und der Mitarbeitenden in den Hintergrund rückt.
Machiavellismus: Personen mit machiavellistischen Eigenschaften sind strategisch, manipulativ und nutzen jede Gelegenheit, um ihre eigenen Ziele zu verfolgen. Sie sind bereit, moralische Grenzen zu überschreiten und sehen andere Menschen oft als Werkzeuge, um ihre eigenen Ambitionen zu erreichen. Diese Führungskräfte sind oft in der Lage, politische Machtspiele geschickt zu nutzen, um ihre Position zu stärken.
Psychopathie: Psychopathische Führungskräfte zeigen wenig Empathie und neigen dazu, rücksichtslos und impulsiv zu handeln. Sie sind oft charmant und wirken selbstbewusst, doch hinter der Fassade fehlt ihnen das Mitgefühl. Diese Eigenschaften können zu einem Umfeld führen, das von Angst und Unsicherheit geprägt ist, da Mitarbeitende ständig unter Druck stehen und wenig Unterstützung erfahren.
Warum Unternehmen Führungskräfte mit der dunklen Triade einstellen
Die dunkle Triade der Persönlichkeit scheint auf den ersten Blick unvereinbar mit den Werten eines erfolgreichen Unternehmens. Doch die Realität zeigt, dass Führungskräfte mit diesen Eigenschaften in manchen Unternehmen geschätzt werden, da sie oft durchsetzungsfähig und charismatisch wirken. Ihre Dominanz und ihr Ehrgeiz können als Stärke gesehen werden, insbesondere in wettbewerbsintensiven Branchen, in denen Erfolg und Leistung über allem stehen.
Führungskräfte mit diesen Eigenschaften neigen dazu, schnelle Entscheidungen zu treffen und sind weniger anfällig für emotionale Belastungen. Sie wirken oft furchtlos und vermitteln dadurch das Gefühl, auch in Krisenzeiten nicht einzuknicken. Unternehmen, die auf kurzfristige Gewinne fokussiert sind, könnten daher das vermeintliche Risiko in Kauf nehmen und Führungskräfte einstellen, die sich durch die Merkmale der dunklen Triade auszeichnen.
Die Gefahren der dunklen Triade für das Arbeitsklima
Doch die dunkle Seite der Macht hat ihren Preis. Führungskräfte, die narzisstisch, machiavellistisch oder psychopathisch sind, neigen dazu, toxische Arbeitsumgebungen zu schaffen. Mitarbeitende können durch manipulative und aggressive Verhaltensweisen eingeschüchtert werden, was zu einem Anstieg von Stress und Burnout-Raten führt. Eine solche Kultur, die auf Angst und Unsicherheit basiert, beeinträchtigt die Motivation und das Engagement der Mitarbeitenden und führt letztlich zu höherer Fluktuation und sinkender Produktivität.
Langfristig sind Unternehmen, die auf Führungskräfte mit diesen Persönlichkeitsmerkmalen setzen, oft weniger erfolgreich. Eine Kultur, die von Misstrauen und Machtspielen geprägt ist, hemmt Innovation und verhindert die Entwicklung einer loyalen Belegschaft. Um eine nachhaltige und gesunde Arbeitsumgebung zu schaffen, ist es wichtig, Führungspersönlichkeiten zu fördern, die nicht nur starke fachliche Fähigkeiten, sondern auch hohe soziale Kompetenz mitbringen.
Die Balance zwischen Stärke und Empathie
Auch wenn die Eigenschaften der dunklen Triade in bestimmten Situationen Vorteile bieten können, ist eine ausgewogene Führungsweise entscheidend für langfristigen Erfolg. Unternehmen sollten darauf achten, Führungskräfte zu fördern, die nicht nur ehrgeizig und durchsetzungsstark sind, sondern auch Empathie und Verantwortungsbewusstsein zeigen. Eine Führungskraft, die in der Lage ist, strategisch zu denken und gleichzeitig die Bedürfnisse ihrer Mitarbeitenden zu berücksichtigen, wird nicht nur kurzfristige Erfolge erzielen, sondern auch das Fundament für nachhaltiges Wachstum legen.
Jonas und Andreas betonen in dieser Podcast-Folge, dass es möglich ist, die positiven Seiten der Triade – wie Durchsetzungsvermögen und Charisma – zu nutzen, ohne die negativen Aspekte zu fördern. Eine ausgewogene Führung, die auf Integrität und Respekt basiert, wird sowohl das Unternehmen als auch die Mitarbeitenden langfristig stärken und ein positives Arbeitsumfeld schaffen.
Fazit: Die dunkle Triade kritisch hinterfragen
Führungskräfte, die narzisstische, machiavellistische oder psychopathische Züge aufweisen, können kurzfristig Erfolge erzielen, doch die langfristigen Auswirkungen auf das Unternehmen und die Mitarbeitenden sind oft negativ. In Episode 21 von „KERNTALK – Senf statt Sänfte“ gehen Jonas und Andreas der Frage nach, warum Unternehmen manchmal auf Führungskräfte mit diesen Eigenschaften setzen und welche Risiken das mit sich bringt. Der Schlüssel liegt darin, Führungsqualitäten zu entwickeln, die sowohl Stärke als auch Empathie vereinen, um eine nachhaltige und gesunde Unternehmenskultur zu schaffen.
Viel Spaß beim Reinhören!
