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Episode 20: Befragungsmüdigkeit am Arbeitsplatz

Jonas und Andreas diskutieren die größten Fehler und die Chancen von Mitarbeiter-Befragungen. Viele Mitarbeiter haben Befragungen mittlerweile satt. Trotzdem braucht es Befragungen, um die richigen Maßnahmen zu finden und um deren Erfolg zu messen.

Senf statt Sänfte - Befragungsmüdigkeit am Arbeitsplatz

In vielen Unternehmen gehören Mitarbeiterbefragungen mittlerweile zum Alltag. Ob es um die Zufriedenheit, das Arbeitsklima oder spezifische Unternehmensprojekte geht – Mitarbeitende werden zu verschiedensten Themen befragt. Doch wie zielführend sind diese Befragungen wirklich? Jonas und Andreas sind der Meinung, dass häufige Umfragen selten zum gewünschten Erfolg führen, vor allem wenn aus den Ergebnissen keine konkreten Maßnahmen abgeleitet werden. Statt sinnvolle Veränderungen zu bewirken, führt diese Praxis oft zu einer sogenannten „Befragungsmüdigkeit.“ In Episode 20 unseres Podcasts „KERNTALK – Senf statt Sänfte“ diskutieren wir die Sinnhaftigkeit von Mitarbeiterbefragungen und geben Tipps, wie diese Art der Informationsgewinnung effizienter gestaltet werden kann.

Befragungsmüdigkeit – Ein echtes Problem?

In vielen Unternehmen sind Mitarbeiterbefragungen inzwischen so alltäglich, dass sie kaum noch die Aufmerksamkeit und den Enthusiasmus der Belegschaft wecken. Es ist daher kein Wunder, dass sich in zahlreichen Firmen eine Befragungsmüdigkeit eingestellt hat. Mitarbeitende sind frustriert, weil sie das Gefühl haben, dass ihre Antworten nicht ernst genommen oder weiterverfolgt werden. Schließlich erwarten sie nicht nur, dass ihre Meinungen gehört werden, sondern auch, dass auf Basis ihrer Rückmeldungen konkrete Maßnahmen ergriffen werden.

Diese Befragungsmüdigkeit stellt ein echtes Problem dar. Wenn Mitarbeitende das Vertrauen in den Sinn und die Wirksamkeit der Umfragen verlieren, sinkt die Teilnahmebereitschaft. Die Rücklaufquoten werden geringer und die Qualität der Antworten leidet. Am Ende stehen Unternehmen dann vor dem Paradoxon, dass sie immer mehr Umfragen durchführen müssen, um die gleichen Informationsmengen zu erhalten – ein Teufelskreis, der nur schwer zu durchbrechen ist.

Warum viele Befragungen ins Leere laufen

Häufig besteht das Problem darin, dass Unternehmen Umfragen durchführen, ohne ein klares Ziel vor Augen zu haben. Sie sammeln Daten, weil es zur gängigen Praxis gehört, ohne zu überlegen, wie diese Daten tatsächlich genutzt werden können. Infolgedessen bleibt es oft bei der reinen Erhebung der Informationen, und die Ergebnisse versanden in Schubladen, ohne dass konkrete Maßnahmen daraus resultieren.

Für Jonas und Andreas liegt der Schlüssel in der Frage: „Welches Ziel verfolgen wir mit dieser Befragung?“ Es reicht nicht aus, einfach nur Informationen zu sammeln. Vielmehr müssen Unternehmen sich darüber im Klaren sein, welche spezifischen Fragen sie beantworten wollen und wie die gewonnenen Daten verwendet werden sollen, um echte Veränderungen herbeizuführen. Ein klar definierter Zweck und eine zielgerichtete Vorgehensweise sind entscheidend für den Erfolg jeder Mitarbeiterbefragung.

Wie Mitarbeiterbefragungen sinnvoll gestaltet werden können

Damit Mitarbeiterbefragungen nicht nur zur Routine verkommen, sondern echte Mehrwerte schaffen, sollten Unternehmen einige wichtige Grundsätze beachten:

  1. Zielgerichtete Fragen stellen: Jede Umfrage sollte auf ein konkretes Ziel ausgerichtet sein. Es ist wichtig, die Fragen so zu formulieren, dass sie direkt zu den gewünschten Erkenntnissen führen. Pauschale oder zu allgemeine Fragen führen oft zu vagen Antworten, die wenig verwertbare Ergebnisse liefern.

  2. Ergebnisse kommunizieren und Maßnahmen ableiten: Mitarbeitende möchten sehen, dass ihre Rückmeldungen ernst genommen werden. Unternehmen sollten die Ergebnisse der Befragungen daher offen kommunizieren und deutlich machen, welche Maßnahmen als Reaktion darauf geplant sind. Transparenz schafft Vertrauen und motiviert zur weiteren Teilnahme.

  3. Den Fokus auf relevante Themen legen: Statt die Mitarbeitenden zu jedem Thema zu befragen, sollten Umfragen gezielt auf die wichtigsten Aspekte beschränkt werden. Eine regelmäßige, aber nicht übermäßige Befragung zu relevanten Themen erhöht die Teilnahmebereitschaft und die Aussagekraft der Ergebnisse.

  4. Befragungen in einen langfristigen Prozess integrieren: Mitarbeiterbefragungen sollten nicht als einmalige Ereignisse betrachtet werden, sondern in einen kontinuierlichen Entwicklungsprozess eingebettet sein. Durch regelmäßige, aufeinander abgestimmte Befragungen können Unternehmen Fortschritte besser messen und den langfristigen Erfolg ihrer Maßnahmen überprüfen.

  5. Auf qualitative Rückmeldungen achten: Zahlen und Statistiken sind wertvoll, aber oft bieten qualitative Rückmeldungen tiefere Einblicke in die Bedürfnisse und Herausforderungen der Mitarbeitenden. Offene Fragen und die Möglichkeit, eigene Vorschläge einzubringen, erhöhen die Qualität der Informationen und liefern wertvolle Ansätze für konkrete Verbesserungen.

Fazit: Weniger ist manchmal mehr

Die Häufigkeit und Art der Befragungen sollte wohlüberlegt sein, um ein Übermaß zu vermeiden und die Mitarbeitenden nicht zu ermüden. Mitarbeiterbefragungen können ein mächtiges Werkzeug sein, um Stimmungen und Bedürfnisse im Unternehmen zu erfassen – vorausgesetzt, sie werden mit einem klaren Ziel durchgeführt und die Ergebnisse ernst genommen. Jonas und Andreas betonen in dieser Folge von „KERNTALK – Senf statt Sänfte,“ dass weniger oft mehr ist. Durch gezielte und durchdachte Befragungen kann die Motivation der Mitarbeitenden gesteigert und die Unternehmenskultur nachhaltig verbessert werden.

Viel Spaß beim Reinhören!

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