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Kündigung: 8 Gründe, warum Mitarbeitende gehen

Lesezeit: 4 Min.

Die Gründe, warum Mitarbeitende ihr Unternehmen verlassen wollen und die Kündigung einreichen, sind vielfältig. Kündigungen kosten dem Unternehmen dabei nicht nur einiges an Geld und Zeit, sondern bedeuten auch den Verlust von wertvollem internem Fachwissen. Dabei können durch einfache Regelungen und transparentem Umgang mit den Mitarbeitenden einige dieser Gründe vermieden werden. Die acht häufigsten Fehler, die Unternehmen dabei machen sowie Tipps, wie Sie diese vermeiden können, erkläre ich in diesem Artikel.

1. Fehlende Entschädigung für Überstunden

Der Hauptgrund für Kündigungen ist eine unzureichende Entschädigung für Überstunden. In vielen Bereichen lässt sich die Ansammlung von Überstunden nicht verhindern, da der Arbeitsumfang dies verlangt. Fatal sind dabei nicht die Überstunden selbst, sondern vielmehr die fehlende Auszahlung dieser. Wissen Mitarbeitende, dass sie für die investierten Stunden keine Bezahlung erhalten und ihnen gesagt wird, sie sollen die Stunden anders verteilen oder einfach gar nicht notieren. Mitarbeitende fühlen sich dadurch nicht wertgeschätzt und verlassen aus diesem Grund häufig das Unternehmen.

2. Die Chemie stimmt nicht

Die Arbeit an sich mag einem noch so viel Spaß machen, wenn die Chemie mit den Kollegen und Kolleginnen nicht stimmt, ist dies für viele Menschen ein Kündigungsgrund. Konflikte und Ungerechtigkeiten können den gesamten Arbeitsalltag belasten und dazu führen, dass man ungern zur Arbeit geht. Eine positive Atmosphäre und guter Teamgeist sind deshalb sehr wichtig. Dabei spielt der Führungsstil der Vorgesetzten auch eine wichtige Rolle. Denn er/ sie bestimmt immerhin meistens, welche Leute mit welchen Kompetenzen und Eigenschaften ins Team aufgenommen werden.

3. Zu hoher Leistungsdruck

Andauernder Stress und unrealistische Deadlines können enormen Druck auf Mitarbeitende ausüben und in ernsten Fällen zum Burnout führen. Psychische Gesundheit wird für viele Menschen immer wichtiger, weshalb die Gefährdung dieser durch den Arbeitgeber ein Kündigungsgrund sein kann. Ermöglichen Unternehmen eine ausgeglichene Work-Life-Balance ihrer Mitarbeitenden, binden sich diese viel eher langfristig an die Organisation.

4. Schlechte Fehler- und Feedbackkultur

Die Wichtigkeit von einer wertschätzenden Unternehmenskultur haben wir bereits in vielen Artikeln beleuchtet. Auch bei Kündigungen spielen diese eine wichtige Rolle: Besitzt ein Unternehmen keine konstruktive Fehler- und Feedbackkultur, sehen Mitarbeitende oft keinen Grund, zu bleiben. Denn lebt man ständig in der Angst, bei jedem Fehler und jeder neuen Idee negative Konsequenzen befürchten zu müssen, schadet das sowohl den Mitarbeitenden als auch dem Unternehmen selbst. Wenn keiner mehr den Mut hat, Neues einzubringen und zu testen, können Innovationen nicht vorangetrieben werden und die Marktfähigkeit der Organisation leidet darunter. Ebenso schädlich kann das Brechen von Versprechungen und Abmachungen sein. Auch wenn diese nur mündlich gemacht werden, verlassen sich die Mitarbeitenden darauf, dass die Vorgesetzten einhalten, was sie versprechen. Tun sie dies nicht, kann keine Vertrauensbasis entstehen.

5. Fehlende Förderungen

Dieser Punkt geht Hand in Hand mit dem Aspekt der Unternehmenskultur. Gibt es im Unternehmen wenig Entwicklungsmöglichkeiten, beispielsweise in Form von Schulungen oder Fortbildungen, fühlen sich Mitarbeitende früher oder später unterfordert. Merken sie dann, dass sie in anderen Unternehmen mehr gefördert werden würden, kann dies häufig ein Kündigungsgrund sein. Anstatt Know-how im Unternehmen zu behalten und weiterzuentwickeln, wechselt dieses so zur Konkurrenz über. Auch Incentives wie Dienstwagen oder Freizeitangebote beeinflussen die Entscheidung von Mitarbeitenden, ob sie bleiben oder gehen.

6. Kein Handlungsfreiraum

Eigenverantwortung und die Möglichkeit, selbstständig Entscheidungen treffen zu können, stehen bei vielen Menschen ganz oben auf der Liste von Pluspunkten im Unternehmen. Eine Unternehmenskultur, die Innovation fördert und Mitarbeitende nicht unterdrückt, ist deshalb sehr wichtig. Gute Führungskräfte geben zwar ein gewisses Maß an Regeln vor, ermutigen aber auch das Gehen neuer Wege ihrer Mitarbeitenden.

7. Steile und träge Hierarchien

Obwohl ein gewisses Maß an Struktur und Hierarchieebenen in den meisten Organisationen nicht wegzudenken ist, kann dies im Übermaß unter anderem Trägheit und Schwerfälligkeit nach sich ziehen (siehe Hierarchien: Je weniger, desto besser?). Zu steile Hierarchien können viel Schaden anrichten: wenig Flexibilität und Agilität, keine Entscheidungsfreiheiten und Konkurrenzkämpfe. Dagegen bringen flachere Hierarchien mehr Freiheiten und Möglichkeiten zur Entfaltung von Potenzial mit sich. Aber auch hier gilt: Die Formen von Strukturen sind so verschieden wie die Unternehmen selbst.

8. Keine Flexibilität

Dieser Punkt ist gerade in der momentanen Zeit besonders wichtig, da die Umstellung auf Homeoffice in vielen Unternehmen für Herausforderungen sorgte. Organisationen, die schon vor der Krise flexible Arbeitszeit- und Ortsmodelle anboten, haben die Umstellung meist deutlich reibungsloser geschafft. Der Grad an Flexibilität, den Unternehmen ihren Mitarbeitenden entgegenbringen, wird auch in Zukunft eine wichtige Rolle spielen. Stehen Arbeitsmodelle außerhalb der Norm zur Verfügung, sind auch verschiedene und sich ändernde Lebenssituationen wie lange Anfahrtszeiten, Kinderbetreuung etc. kein Grund, das Unternehmen zu verlassen.

So halten Sie gute Mitarbeitende

Wollen Sie durch vermeidbare Kündigungsgründe also keine wertvollen Mitarbeitenden und deren Fachwissen verlieren, können sie sich an diesen acht Punkten orientieren. Um einige dieser Fehler bereits im Keim zu ersticken, können gut durchdachte und transparente Stellenausschreibungen helfen. Wissen Arbeitnehmer bereits im Vorhinein, worauf sie sich einlassen, bleiben sie später auch eher im Unternehmen. Ebenso ist der Aufbau und die Aufrechterhaltung einer effizienten Feedbackkultur unabdingbar (wie das geht, lesen Sie hier). Überstunden sollten immer fair und nachvollziehbar vergütet werden und eine Atmosphäre, in der sich Mitarbeitende wohlfühlen, kann die Mitarbeiterzufriedenheit und -bindung deutlich erhöhen. Gibt es dennoch Spannungen und Problembereiche im Unternehmen, kann externe Beratung wertvolle Hilfestellungen leisten und die kontinuierliche Verbesserung unterstützen.

Fazit zu Gründen, warum Mitarbeitende die Kündigung einreichen

Das Verlassen eines Unternehmens von wertvollen Fachkräften kann oft verhindert werden, wenn das Unternehmen seinen Mitarbeitenden wertschätzend und zuvorkommend gegenübertritt. Einige der K.-o.-Kriterien, die viele Arbeitnehmer als Kündigungsgrund sehen, sind vorhersehbar. Arbeitnehmer legen meist viel Wert auf ihre Gesundheit und eine gute Work-Life-Balance. Werden diese Bedürfnisse von der Organisation unterstützt und ein wertschätzender Umgang gepflegt, steigt die Motivation der Mitarbeitenden, langfristig am Arbeitsplatz zu bleiben.

 

 

Nicht der Kunde kommt zuerst, sondern der Mitarbeiter. Kümmern Sie sich um Ihre Mitarbeiter, diese kümmern sich um Ihre Kunden.

Von Richard Branson, britischer Unternehmer

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Portrait Selina Kern

Autor

Selina Kern
Marketing

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