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COVID-19: Führung in Zeiten der Krise

Lesezeit: 5 Min.

Legt das Coronavirus auch Ihr Unternehmen lahm? Die Folgen des vor wenigen Monaten noch unbekannten Virus sind schwerwiegend, nicht nur für die Menschen selbst, sondern auch für die gesamte Wirtschaft. Durch die Vermeidung jeglichen sozialen Kontakts wird die Ausbreitung des Virus eingedämmt, es macht aber auch die Abwicklung von Geschäften und die Kommunikation und Organisation sowohl zwischen Teammitgliedern, als auch zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden zum Fiasko. Wie Sie vermeiden, dass sich Angst und Panik in Ihrem Unternehmen ausbreiten und wie Sie den Mitarbeitenden ein Gefühl der Sicherheit in Zeiten der Krise geben können, lesen Sie in diesem Artikel.

Vom Kontrollverlust zur Angst

Bei einer so realen, ernstzunehmenden Pandemie wie der des COVID-19 nicht in Panik zu verfallen, fällt vielen Menschen schwer. Das Ein- und Ausreisen aus vielen Ländern ist verboten, öffentliche Veranstaltungen der nächsten Wochen und Monate werden abgesagt und in vielen Betrieben wurde die Produktion komplett eingestellt. Das heißt konkret: direkte Sozialkontakte vermeiden, wo möglich auf Homeoffice oder Kurzarbeit umsteigen und so viel zuhause bleiben, wie möglich.

Die durch die Medien verbreiteten, teilweise unwahren, Informationen in Kombination mit den drastischen Maßnahmen der Regierung und der Unternehmen, führen zu einem kollektiven Gefühl des Kontrollverlusts. Die Reaktion auf diesen Kontrollverlust ist bei jedem Menschen anders, äußert sich momentan jedoch häufig in Hamsterkäufen von Lebensmitteln und Drogerieprodukten bis zur kompletten Selbstisolation. Das unbewusste Ziel ist dabei immer, das Gefühl der Kontrolle so weit wie möglich wiederzuerlangen. Kann das Kontrollgefühl nicht wiedererlangt werden, bleibt die Angst bestehen und führt zu hochtrabenden Emotionen, unüberlegten Handlungen und zwischenmenschlichen Konflikten. Kollektive Angst kann sich nicht nur im privaten, sondern auch im beruflichen Umfeld ausbreiten und zu negativen Konsequenzen führen. Der Umgang von Führungskräften mit Situationen wie der aktuellen Coronakrise kann einen wesentlichen Einfluss auf das Betriebsklima und die weitere Entwicklung des Unternehmens haben. Denn schaffen es die Chefs selbst ruhig zu bleiben, wird den Mitarbeitenden dadurch indirekt vermittelt, dass auch für sie kein Grund zur Panik besteht.

Im Folgenden lesen Sie einige wichtige Punkte, die für Führungskräfte im Umgang mit einer Krise wie des COVID-19-Ausbruchs zur Eindämmung der Panik helfen können.

Klarheit und Struktur schaffen

Wichtig ist in der momentanen Lage die Aufrechterhaltung von Struktur und Ordnung zu gewährleisten, um Chaos zu vermeiden. Es sollten über die Symptome des Virus aufgeklärt werden und eine genaue Erklärung gegeben werden, was im Fall des Auftretens dieser Symptome zu tun ist. Folgt eine Quarantäne, sollte auch geklärt werden, wie lange diese dauern soll und was die weiteren Schritte sind.

Den Mitarbeitenden muss mitgeteilt werden, wer für Fragen bezüglich Corona kontaktiert werden kann. Durch Ansprechpersonen mit telefonischer Erreichbarkeit und Sprechstunden können Unsicherheiten und etwaige Gerüchte zerstreut werden. Diese Personen können zum Beispiel aus dem Gesundheitsmanagement oder dem Betriebsrat stammen.

Reorganisation

Viele Tätigkeiten erfordern nicht unbedingt die physische Anwesenheit im Unternehmen und bieten sich daher an, auf Homeoffice umgestellt zu werden. Ist die Organisation gut durchdacht, können so auch Teammeetings und Besprechungen mit Kunden per Audio- oder Videoanruf getätigt, und ein möglichst normaler Tagesablauf aufrechterhalten werden. Für die Mitarbeitenden, die vor Ort gebraucht werden gilt es, Protokolle einzuführen, wie soziale Kontakte zu gestalten sind. Hygiene und Abstand sind hier das A und O zur Verhinderung der Krankheitsübertragung. Außerdem sollte festgelegt werden, was zu tun ist bei technischen Hindernissen wie Ausfall des WLAN und der Kommunikation.

Bedenken ernstnehmen

Die Sorgen der Mitarbeitenden bezüglich des Coronavirus selbst, der Ausbreitung und Ansteckung, oder der Folgen auf ihren Arbeitsablauf, sollten in jedem Fall ernstgenommen werden. Auch die eigenen Ängste und Bedenken der Führungskräfte sollten nicht versteckt, sondern offen und sachlich angesprochen werden.

Eine Möglichkeit, die Mitarbeitenden auf dem neuesten Informationsstand zu halten, ohne dass sie dabei auf unverlässliche Quellen zurückgreifen müssen, könnte ein Newsletter sein. Wöchentliche Updates per E-Mail oder auch über Videos der Arbeitgeber sorgen dafür, dass alle Arbeitnehmer auf dem gleichen Wissensstand sind. So haben auch Halbwahrheiten und Gerüchte keine Chance, sich breit zu machen und Panik zu verstärken.

Reflektion und Weiterentwicklung

Laufende Reflektion darüber, was gut läuft und welche Prozesse optimiert werden können, ist auch wichtig für die Bewältigung zukünftiger Krisen. Austausch innerhalb des Unternehmens, vor allem auch über unterschiedliche Ebenen hinweg, trägt außerdem dazu bei, den Mitarbeitenden ein Wir-Gefühl zu vermitteln. Werden sie nach Feedback und Verbesserungsvorschlägen gefragt, fühlen sie sich respektiert und wertgeschätzt und infolge dessen auch weniger alleingelassen mit ihren Sorgen.

Externe Hilfe holen

Die Unternehmenskultur kann aber auch völlig zusammenzubrechen, weil aufgrund von Quarantänen ganze Arbeitsabläufe nicht mehr funktionieren oder Mitarbeitende auf Kurzarbeit umgestellt oder gar gekündigt werden müssen. Die Entstehung von Angst, Panik und Konflikten kann sich manchmal auch rasant ausbreiten, bevor die oberen Ebenen einer Organisation überhaupt die Chance haben, einzugreifen. In diesen Fällen kann es ratsam sein, Hilfe von außen zu holen, zum Beispiel durch Berater wie zweikern, die durch wissenschaftliche Methoden individuell abgestimmte und nachhaltige Maßnahmen entwickeln.

Präventive Faktoren

Um Krisen im Unternehmen möglichst gut bewältigen zu können, braucht es schon vorher eine gute Organisationskultur. Ein positiver Führungsstil zeichnet sich unter anderem aus durch Vertrauen, Wertschätzung und der Vermittlung von Selbstwirksamkeit. Auch ein gutes Konfliktmanagement schon vor der Entstehung einer Krise kann übertragen werden auf Zeiten in Not und hilft, das Betriebsklima positiv zu halten. Ein insgesamt stabiles Vertrauensverhältnis zwischen Führungskräften und Mitarbeitenden sorgt nicht nur im Alltag, sondern auch in Krisenzeiten wie der momentanen für eine gute Zusammenarbeit und einer offenen Kommunikation.

Fazit

Auch wenn diese Katastrophe sehr schnell enorme Ausmaße erreicht hat, wird auch sie enden und Normalität wieder einkehren, auch wenn diese vielleicht anders aussehen wird als zuvor. Das wäre ein idealer Zeitpunkt, noch einmal gemeinsam mit den Mitarbeitenden zu erörtern, welche Maßnahmen gut und welche weniger gut funktionierten und was man daraus auch in den Arbeitsalltag mitnehmen könnte.

Die Konsequenzen des Coronavirus sind für uns alle spürbar und verändern sowohl unser privates als auch unser Berufsleben. Wird anstatt mit Panik und Egoismus jedoch mit Vernunft und Mitgefühl reagiert, lassen uns Zeiten wie diese näher zusammenrücken. Wenn Führungskräfte authentisch bleiben, den Mitarbeitenden zuhören und nach gemeinsamen Lösungen suchen, sind die idealen Voraussetzungen gegeben, um als Unternehmen gestärkt aus dieser Krise hervorgehen zu können.

 

Das Wort Krise setzt sich im Chinesischen aus zwei Schriftzeichen zusammen - das eine bedeutet Gefahr und das andere Gelegenheit.

Von John F. Kennedy

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Portrait Selina Kern

Autor

Selina Kern
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