Reine Kopfsache: Die Angst zu versagen
Die Angst zu versagen ist reine Kopfsache. Doch wie entsteht dieses Gefühl, wie beeinflusst es unser Leben und wie werden wir es wieder los?

Die Angst Fehler zu machen oder zu versagen, begleitet viele Menschen ihr ganzes Leben. Eine Mischung aus Unsicherheit und geringem Selbstwertgefühl lässt oft Zweifel aufkommen, ob wir eine Aufgabe gut erledigen werden, ein Projekt erfolgreich leiten oder eine Präsentation kompetent vorstellen können. Dieses Gefühl ist stark mit der Angst vor Kritik von anderen und Ablehnung verbunden. So haben wir immer eine passende Ausrede parat, etwas nicht zu tun und werden vermutlich nie erfahren, was wir alles hätten schaffen könnten. Dabei ist die Angst zu versagen reine Kopfsache.
Die Angst zu versagen
Viele Menschen verspüren während der Ausbildung das erste Mal bewusst das Gefühl der Versagensangst. Manche haben sogar bereits im Kindesalter Angst davor, Fehler zu machen und Aufgaben nicht nach den Vorstellungen anderer erfüllen zu können. Vor was genau haben wir eigentlich Angst? Viele Studenten haben zum Beispiel in ihrem Leben nicht gelernt, Niederlagen einzustecken und folglich mit dem Gefühl des Versagens umzugehen. Sie waren immer gut in der Schule und haben Prüfungen ohne viel Lernaufwand gut gemeistert. Im Studium wendet sich das Blatt, auf einmal sind Mitstudenten besser als man selbst, sie schreiben bessere Noten, bekommen angesehene Praktikumsplätze oder verdienen mehr Geld. Dabei entwickeln viele Studenten Angst, mit dem Studium fertig zu werden, da sie am Arbeitsmarkt versagen oder keine geeignete Stelle finden könnten. Aber auch diejenigen, die schon immer gekämpft haben, immer viel für Erfolge investieren mussten, können unter Versagensängsten leiden. Gerade wenn man schon so weit gekommen ist, obwohl niemand damit gerechnet hätte, möchte man es allen anderen und sich selbst beweisen.
Die Versagensangst gibt es so gut wie in allen Bereichen. Denken Sie an einen talentierten jungen Fußballspieler, der in diesem einen wichtigen Spiel nicht versagen darf, da ein Talente-Scout zuschaut. Eine Prüfung an der Universität, für die man sich seit 3 Monaten vorbereitet und an diesem einen Tag, den gesamten Lerninhalt abrufen muss. Die Aufnahmeprüfung für einen Ausbildungsplatz, ein Vorstellungsgespräch oder Vorsprechen. Ein solches Ereignis ist immer mit Erwartungen verbunden. Erwartungen an sich selbst, die man vielleicht nicht erfüllen kann.
Versagensangst ist reine Kopfsache
Der Ursprung der Versagensängste liegt in Glaubenssätzen über uns selbst und andere. Glaubenssätze sind unsere eigene Wahrheit, von der wir felsenfest überzeugt sind. Oft sind sie reine Verallgemeinerungen, die wir durch verschiedene Erlebnisse und Erfahrungen gelernt haben.
Diese Glaubenssätze können auf andere bezogen sein, wie zum Beispiel:
- Alle Reichen sind geizig, deshalb haben sie ja soviel Geld
- Akademiker sind hochnäsig und arrogante Besserwisser, die nichts auf dem Kasten haben
- Oder der Klassiker: Blondinen sind etwas dümmlich
Sie können aber auch auf uns selbst gerichtet sein, wie zum Beispiel:
- Ich bin zu dumm um zu studieren
- Ich bin es nicht wert, geliebt zu werden
- Ich kann meinen Job nicht wechseln, ich würde es nie schaffen mich auf etwas Neues einzustellen
Glaubenssätze können uns zwar einerseits dabei helfen, Situationen schneller einzuschätzen. Andererseits hindern sie uns aber auch daran, positive Erfahrungen zu machen. Denn der Glaubenssatz „Das kann ich sowieso nicht“ oder „Das schaffe ich nicht“, lässt uns zweifeln und wir bekommen Angst zu versagen. Dann ist der Zeitpunkt gekommen, an dem wir nach Ausreden und Entschuldigungen suchen. Wir reden uns einreden, dass wir es sowieso nicht schaffen und es deshalb gar nicht erst probieren möchten. Wir sind sicher, dass wir den Job oder den Ausbildungsplatz sowieso nicht bekommen, zu untalentiert oder nicht intelligent genug sind. Gründe um uns selbst zu beweisen, dass es gar keinen Sinn macht die Herausforderung anzunehmen. So schaffen wir es schließlich der Angst vor dem Versagen zu entfliehen.
Umgang mit der Angst zu versagen
Jeder Mensch hat Angst etwas falsch zu machen, einen Fehler zu begehen. Entscheidend ist, wie man mit dieser Angst umgeht und den Fehler oder Misserfolg bewertet. Dies macht den Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg. Lässt man der Angst zu viel Macht, wird es immer schwieriger, Herausforderungen die das Leben mit sich bringen, anzunehmen. Bis man am Ende nur mehr Dinge macht, von denen man weiß, dass man sie meistern kann. Deshalb ist es wichtig, die eigene Einstellung gegenüber Fehlern und Misserfolgen zu ändern.
Fehler sind ein Teil von Erfolg
Was denken Sie, wie viele Fehlwürfe Michael Jordan in seinem Leben geworfen hat, bis er zum Profi wurde? Wie viele Verletzungen und Ausfälle so mancher Skifahrer in Kauf nehmen musste, bevor er die erste Medaille in den Händen hielt? Wie viele Gerichtsverhandlungen ein Anwalt verlieren muss, bevor er zum Staatsanwalt wird? Wie viele Gerichte ein Koch vermasseln muss, bevor er zum Sternekoch wird? Fehler gehören zum Leben dazu, um erfolgreich werden zu können. Denn nur aus unseren Misserfolgen können wir lernen, wie wir es in Zukunft besser machen können und wie wir erfolgreich sein können, um endlich einen Korb zu treffen, eine Medaille zu gewinnen oder als Staatsanwalt bzw. Sternekoch bekannt zu werden.
Positive statt negative Beweise
Versuchen Sie immer erst Gründe zu finden, warum sie eine Situation positiv bewältigen könnten. Vielleicht haben Sie in der Vergangenheit eine ähnliche Herausforderung gemeistert, kennen sich in einem Bereich sehr gut aus oder haben bereits Erfolge erzielen können. Wenn Ihnen also das nächste Mal der Gedanke kommt, etwas bestimmt nicht zu schaffen, überlegen Sie zuerst, warum Sie es vielleicht doch schaffen könnten.
Misserfolgen die Macht entziehen
Scheitern ist nicht leicht, es ist einfach kein angenehmes Gefühl. Doch dürfen wir dem Misserfolg nicht die Macht überlassen. Wir selbst können den Fehler bewerten und genau davon hängt es ab, wie schnell wir aufstehen, uns abschütteln und weitergehen. Lassen Sie sich nicht einschüchtern, sehen Sie den Misserfolg als Teil eines Lern- und Wachstumsprozesses, ohne den Sie niemals am Ziel ankommen würden. Lassen Sie sich nicht von der Angst vor dem Versagen lähmen, sondern sehen Sie es als Chance und einem weiteren Schritt zum Erfolg.
Der größte Fehler ist nichts zu tun
Der größte Fehler, den Sie machen können und den Sie mit Sicherheit später bereuen, ist nichts zu tun. Sie werden sich ganz bestimmt ärgern, wenn Sie Ihre Talente und Potentiale nicht ausschöpfen, weil Sie sich von der Versagensangst abhalten lassen. Leben Sie nicht jahrelang mit dem Gedanken viel mehr erreichen zu können, sondern nehmen Sie selbst das Ruder in die Hand. Von selbst wird sich nichts verändern und ohne es zu probieren, sind Sie schon gescheitert, bevor Sie begonnen haben.
Haben Sie bereits Erfahrungen mit der Versagensangst gemacht? In welchen Situationen sind Sie besonders unsicher und haben Angst einen Fehler zu machen? Haben Sie noch weitere Tipps wie man besser mit diesem Gefühl umgehen kann? Teilen Sie Ihre Erfahrungen mit uns und schreiben Ihren Kommentar unten in die Kommentar-Box!
Es gibt mehr Leute, die kapitulieren, als solche, die scheitern
von Henry Ford
