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Hohes Konfliktpotential im Büro: 7 Tipps zur Streitschlichtung

Ein hohes Konfliktpotential im Büro hat nicht nur Auswirkungen auf die beteiligten Mitarbeiter, sondern auf die ganze Abteilung und das gesamte Unternehmen. Hier finden Sie 7 Tipps zur Streitschlichtung!

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Konflikte gehören eigentlich zu einem normalen Berufsalltag, denn wo Menschen zusammenarbeiten gibt es auch Meinungsverschiedenheiten. Es gibt aber auch Unternehmen oder Abteilungen in denen man eineeisige Stimmung spürt, wenn man morgens das Büro betritt. Als würde die nächste Eiszeit hereinbrechen. Niemand begrüßt sich herzlich, man wird eher ignoriert als wahrgenommen und muss etwas besprochen werden, passiert dies in einem kalten, emotionslosen Ton. Natürlich etwas aufgebauscht formuliert, aber es gibt sie wirklich, die imaginären Eiszapfen, die von der Decke so mancher Abteilung hängen. Herrscht zwischen manchen Kollegen ein angespanntes Verhältnis, kann sich dieses Klima schnell auf andere Mitarbeiter ausbreiten. Dabei steigt das Konfliktpotential immer weiter an, da Kleinigkeiten nicht mehr ausdiskutiert, sondern angestaut werden. Ist die Stimmung einmal angespannt, reagiert man auf das Verhalten oder Aussagen der Kollegen sensibler als sonst und dies bauscht den Konflikt immer mehr auf. In den meisten Unternehmen werden solche Eiszeit Perioden einfach ausgesessen, niemand geht aufeinander zu und es wird abgewartet, bis Gras über die Sache gewachsen ist.

Dabei wäre es enorm wichtig, an dem Konfliktpotential in ganzen Abteilungen oder zwischen Mitarbeitern zu arbeiten. Zum einen erleichtert es das Leben der Mitarbeiter, die wieder lieber ins Büro kommen, weil ein besseres Arbeitsklima herrscht, zum anderen können die Mitarbeiter wieder produktiver arbeiten, weil sie sich wieder mehr auf die tatsächlichen Aufgaben konzentrieren können anstatt nur an den Konflikt zu denken.

Auswirkungen auf das Arbeitsklima

Wir verbringen den Großteil unserer Zeit in der Arbeit. Natürlich wäre es somit von Vorteil, wenn man sich mit seinen Kollegen verstehen würde und ein gutes Arbeitsklima vorherrscht. Leider ist das aber nicht immer so und viele Menschen haben tatsächlich enormeAngst davor, morgens ins Büro zu kommen. Ständig schlechte Stimmung, ironische Bemerkungen, Feindseligkeit, Neid, Konkurrenz, unfaires Verhalten und vieles mehr. Meist bleiben Konflikte einfach unausgesprochen und man verpulvert jeden Tag Unmengen an Energie in die momentane Situation. Der Frust und die Wut steigt immer mehr an und wird allmählich zu einer echten psychischen Belastung. Doch das ist noch nicht alles. Ein Konflikt zwischen zwei Kollegen kann sich schnell auf eine ganze Abteilung auswirken. Andere Mitarbeiter haben das Gefühl, sich für eine Seite entscheiden zu müssen, es wird gelästert und gestänkert und die ganze Arbeitsatmosphäre leidet stark darunter.

Auswirkungen auf das Unternehmen

Die Kosten die direkt und indirekt durch Konflikte entstehen sind enorm. In einer Konfliktkostenstudie von KPMG (2009) wurde versucht Konfliktkosten im Unternehmen zu benennen und klare Zahlen ausfindig zu machen. Leider herrscht diesbezüglich noch ein großer Informationsmangel. Ein Posten, der sich gut mit Zahlen repräsentieren lässt sind die Mitarbeiterfluktuations-Kosten, die bei hohem Konfliktpotential durchaus in die Höhe steigen können. Diese Kosten sind sehr umfangreich, vom Leistungsabfall der Mitarbeiter vor der Kündigung, über Anzeige-Schaltungen auf der Suche nach neuen Mitarbeitern, Aktivitäten der Personalabteilung bis hin zu Leistungseinbußen während der Einarbeitungszeit des neuen Mitarbeiters und der gleichzeitigen Überlastung von bestehenden Mitarbeitern. Manche Stellen bleiben vorübergehend ganz offen. Darüber hinaus steigen die Krankenstandstage aufgrund psychischer Belastungen am Arbeitsplatz. Konflikte sind der Hauptgrund für das Scheitern von Projekten bei Teamarbeiten, für Terminverzögerungen und entgangene Aufträge.

Konfliktpotential breitet sich aus

Ist das Konfliktpotential in einer Abteilung oder in einem Unternehmen hoch, merkt man das als Außenstehender sehr schnell. Das heißt, Kunden oder Lieferanten merken rasch, dass hier nicht alles rund läuft und wissen in dem Moment natürlich nicht warum das so ist. Es entsteht Unbehagen und die negative Stimmung breitet sich immer weiter aus. Ein interner Konflikt zwischen Mitarbeitern kann somit schnell einmal einen Auftrag oder sogar einen Kunden kosten. Deshalb sollten Konflikte immer angesprochen und nach konstruktiven Lösungen gesucht werden.

7 Tipps bei hohem Konfliktpotential im Büro

1. Konflikte zeitnah ansprechen

Das ist ein sehr wichtiger Punkt. Einen Konflikt anzusprechen ist kein leichtes Unterfangen und sollte nicht sofort nach dem Konflikt stattfinden. Lassen Sie sich selbst und Ihrem Gegenüber Zeit um sich zu sammeln und über die Situation nachzudenken. Lassen Sie aber auch nicht zu viel Zeit vergehen, ansonsten frisst sich die Wut immer tiefer und es wird immer schwieriger den ersten Schritt zu gehen.

2. Diskretion bewahren

Wenn Sie ein Problem mit einem Ihrer Kollegen haben, bitten Sie um ein persönliches Gespräch. Niemand sollte an den Pranger gestellt werden und der Konflikt sollte nicht vor der gesamten Belegschaft ausgetragen werden.

3. Zuhören und Reflektieren

Dies ist vermutlich der schwierigste Part. In Konflikten ist es sehr schwierig, richtig zuzuhören, das Gesagte zu reflektieren und darauf zu antworten. 1000 Gedanken schwirren im Kopf herum und oft hört man auch nur das, was man gerade hören möchte. Versuchen Sie sich in Ihr Gegenüber hineinzuversetzen, in dessen Situation und dessen Lage. Wie könnte dieser mein Verhalten aufgefasst haben?

4. Vorbereitung auf das Gespräch

Überlegen Sie sich kurz vor dem Gespräch, was Sie gerne sagen würden. Dabei ist es besonders wichtig, dem Gegenüber nicht mit zehn Vorwürfen auf einmal zu bombardieren, sondern nur auf eine zeitnahe Thematik, die Sie gerade beschäftigt, einzugehen. Denken Sie daran, ICH-Botschaften zu formulieren, um der anderen Person zu vermitteln, wie es Ihnen mit dem Konflikt oder der Situation geht.

5. Nicht vorschnell urteilen

Oft neigt man im Konflikt dazu anzunehmen, dass der Konfliktgegner Dinge mit purer Absicht tut oder aus reiner Boshaftigkeit handelt. Meistens beruhen Konflikte aber auf Missverständnissen und mangelnder Kommunikation und haben überhaupt nichts mit einer boshaften Absicht zu tun.

6. Reden, reden, reden

Der beste und einfachste Weg Konflikten präventiv zu begegnen ist die Kommunikation. Wenn Sie sich nicht sicher sind, wie eine Aussage des Kollegen gemeint war, fragen Sie nach. Fühlen Sie sich ungerecht behandelt, sprechen Sie es an. Hat Sie das Verhalten eines Kollegen verletzt oder ärgern Sie sich deswegen, reden Sie mit ihm darüber. Auch wenn es sich am Anfang komisch und nervig anfühlt, es wird sich definitiv bezahlt machen. Es passiert viel zu oft, dass aus einer ungünstig Formulierung oder aus einem unbedachten Verhalten heraus Konflikte entstehen, die man hätte verhindern können.

7. Die Führungskraft sollte eingreifen

Wenn Sie als Führungskraft bemerkten, dass es in Ihrer Abteilung Konflikte gibt, sollten Sie so schnell wie möglich eingreifen, den Konfliktherd finden und mit den Mitarbeitern über die Situation sprechen. Dabei ist es besonders wichtig eine neutrale Position einzunehmen und sich nicht auf eine Seite zu schlagen. Dann erst kann gemeinsam an Lösungen gearbeitet werden, mit denen sich alle Konfliktparteien anfreunden können. So können Sie sich das Vertrauen der Mitarbeiter erarbeiten und diese werden beim nächsten Konflikt vielleicht von selbst zu Ihnen kommen.

Zusammenfassung Konfliktpotential - zweikern Blog

Wir freuen uns mit Ihnen über das Thema Konfliktpotential zu diskutieren und mehr über Ihre Erfahrungen in diesem Bereich zu erfahren! Schreiben Sie einfach Ihr Kommentar unten in die Kommentarbox. Wir freuen uns auf einen spannenden Austausch!

Der Ursprung aller Konflikte zwischen mir und meinen Mitmenschen ist, daß ich nicht sage, was ich meine, und daß ich nicht tue, was ich sage

von Martin Buber

Literatur

  • KPMG Konfliktkostenstudie (2009). Die Kosten von Reibungsverlusten in Industrieunternehmen. http://seventools.at/wp-content/uploads/2014/12/KPMG_Konfliktkostenstudie.pdf
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